Hufrehe Diagnose und Behandlung

Veröffentlicht am 27.02.2026 Uhr


Die Diagnose und Behandlung von Hufrehe erfordert ein schnelles und gezieltes Handeln, da diese Erkrankung schwerwiegende Folgen für das Pferd haben kann. Hier ist ein Überblick:


Diagnose von Hufrehe

  1. Klinische Untersuchung:
    Der Tierarzt untersucht das Pferd auf typische Symptome:

Lahmheit (oft an den Vorderbeinen stärker ausgeprägt).

„Rehestand“ (das Pferd verlagert das Gewicht nach hinten, um die Vorderhufe zu entlasten).

Warme Hufe und eine verstärkte Pulsation in der Fesselbeuge.

  1. Hufuntersuchung:

Mit einer Hufzange wird Druck auf verschiedene Stellen des Hufs ausgeübt, um Schmerzempfindlichkeit zu testen.

  1. Röntgenaufnahmen:

Die Verlagerung oder Rotation des Hufbeins wird beurteilt. Dies ist wichtig, um das Stadium der Rehe festzustellen und die Schwere zu bewerten.

  1. Blutuntersuchung:

Zur Überprüfung von Entzündungswerten und Stoffwechselerkrankungen wie EMS (Equines Metabolisches Syndrom) oder PPID (Cushing-Syndrom).


Behandlung von Hufrehe

  1. Akute Phase

Futterreduktion:
Sofortiges Absetzen von Kraftfutter und energiereichem Futter (z. B. frisches Gras). Stattdessen Heu mit niedrigem Zuckergehalt füttern.

Kühlung der Hufe:
Kühlpacks oder kaltes Wasser lindern die Entzündung und reduzieren den Schmerz.

Medikamente:

Entzündungshemmer (z. B. NSAIDs wie Phenylbutazon).

Durchblutungsfördernde Medikamente können helfen.

Boxenruhe:
Das Pferd muss auf weichem, dick gepolstertem Boden stehen, um die Hufe zu entlasten.

  1. Langfristige Behandlung

Hufbearbeitung:
Ein erfahrener Hufschmied kann spezielle Korrekturen vornehmen (z. B. Anbringen von Rehebeschlägen oder Polstern), um den Huf zu stabilisieren.

Ernährungsumstellung:
Eine Diät mit niedrigem Zucker- und Stärkegehalt ist entscheidend, insbesondere bei Pferden mit EMS oder PPID.

Behandlung der Grunderkrankung:
Falls Stoffwechselstörungen vorliegen (z. B. Cushing oder EMS), müssen diese gezielt therapiert werden.

  1. Weitere Maßnahmen

Regelmäßige Kontrolle:
Der Zustand der Hufe sollte regelmäßig von einem Tierarzt und Hufschmied überwacht werden.

Bewegung:
Sobald die akute Phase überstanden ist, sollte das Pferd langsam wieder an Bewegung gewöhnt werden, um die Durchblutung der Hufe zu fördern.


Prognose

Die Prognose hängt davon ab:

Wie schnell die Rehe behandelt wurde.

Ob es zu einer Rotation oder Absenkung des Hufbeins gekommen ist.

Wie gut das Management der Grunderkrankung (z. B. EMS) erfolgt.

Ein frühzeitiges Eingreifen verbessert die Chancen auf eine vollständige Erholung erheblich.


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